Altes Lager und die Schulsiedlung
Obwohl der Wohnbereich “Schulsiedlung” keine offizielle Bezeichnung ist, hat sich der Name „Die Schulsiedlung“, für die gegenüber dem Wasserturm gelegene Siedlung bis heute als Orientierung erhalten.
Begonnen hat alles 1933. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Adolf Hitler zum Kanzler des Deutschen Reiches ernannt.
Obwohl erst 1935 offiziell die Deutsche Wehrmacht gegründet wurde, begannen die ersten umfangreichen Bauarbeiten ab dem Jahr 1933 auf dem Gelände “Heinrichsdorfer Heide”, zwischen Niedergörsdorf und Altes Lager.
Luftaufnahme: Google Earth
Verdeckt und unter strenger Geheimhaltung entstand der Fliegerhorst Waldlager, als Technische Schule getarnt. Die Flächengröße des Waldlagers betrug 5 qkm. Weitere umfangreiche Baumaßnahmen schlossen sich an. So der Aufbau des Materialvorwerkes in der Nähe von Malterhausen, der Ausbau der riesigen Munitionsfabrik und Abfüllanlage und der Aufbau des großen Barbaralagers.
Eigens um die tausenden notwendigen Arbeitskräfte an die jeweiligen Arbeitsplätze zu bringen, wurde der Haltepunkt “Birkengrund” zwischen Altes Lager und Tiefenbrunnen gegenüber der Munitionsfabrik eingerichtet. Sonderzüge aus der Richtung Luckenwalde bzw. Potsdam brachten die Arbeitskräfte zum Haltepunkt.
So war es eine Folgeerscheinung, umfangreiche Wohneinheiten und Häuser selbst in Altes Lager zu bauen. In den Jahren 1936 bis 1937 begann im festgelegten Siedlungscharakter der Aufbau des Wohnbezirkes gegenüber dem Wasserturm mit den Straßennamen: Flämingstraße, Gartenstraße, Heidestraße, Waldstraße und Feldweg.
Mit dem immer größer werdenden Schulkomplex in Rechteckform angelegt am Wasserturm ergab sich der Name “Schulsiedlung”.
Bis zum Kriegsende 1945 war dieser Wohnbezirk vorwiegend den Beschäftigten in den verschiedenen Militäranlagen vorbehalten. Das änderte sich mit der Besetzung durch die sowjetische Siegerarmee. Zahlreiche Wehrmachtsangehörige mit ihren Familien verließen zuvor Altes Lager fluchtartig Richtung Westen.
Auf Weisung des russischen Militärkommandanten mussten nach und nach die Wohnungen aus dem Birkenwäldchen und Tannenbergplatz für die nachkommenden russischen Familien freigezogen werden. Der Wohnbereich in der Schulsiedlung war lange Zeit überbelegt. Viele Familien zogen in die umliegenden Dörfer oder verließen die Gegend.
Nach 76 Jahren Militärverwaltung wurde am 15. September 1946, Altes Lager eine selbstständige politische Ortsgemeinde. In den Folgejahren etablierte sich der Rat der Gemeinde in der Schulsiedlung Gartenstraße 1.

Rat der Gemeinde Gartenstr.1, Schild Rat der Gemeinde
1952 erhielt die Freiwillige Feuerwehr ihr 1. Gerätehaus in der Gartenstraße.

Depot FFw in der Gartenstraße, Renovierung des Trockenturms 1985

Blick auf die Schulsiedlung.
Mit dem klaren Bürgerentscheid vom 12. Juni 1997 verließ die selbständige Gemeinde Altes Lager die Amtsverwaltung Jüterbog und wurde mit Wirkung vom 01. Januar 1998 Mitglied der Großgemeinde Niedergörsdorf. Der Sitz der Gemeindeverwaltung in der Gartenstraße 1 wurde Geschichte.

Wenn man über Gewerbetreibende in der Schulsiedlung spricht, kommt man an den Namen Reinhard Brüning nicht vorbei.
Als frischgebackener Ingenieur für Land- und Schweißtechnik kam er 1968 nach Altes Lager, erwarb seine Sporen als Fußball- und Volleyballspieler, als Mitglied der Sportgemeinschaft und des Karnevalsklub bis hin zum Bürgermeister der Gemeinde.
Heute sind Vater Brüning und Sohn Steven Brüning ein eingefleischter Familienbetrieb in der Schmiede- und Metallverarbeitung. Unzählige Exponate in hoher Schmiedekunst sind im Onlineshop oder in den Geschäftsräumen in der Treuenbrietzener Straße 28 zu sehen. So zum Beispiel: Kunstschmiede Tore und Türen, Feuerkörbe und Schalen, Kamine und Kaminbesteck, Blumenampelständer, Damastmesser und vieless mehr.
Ach das jährlich stattfindende Schmiedefest fesselt alt und jung beim Umgang mit offenen Schmiedefeuer und der Darstellung von Ritterspielen.
Es lohnt sich, einmal ins Internet auf www.metallgestaltung-bruening.de zu gehen und das vielfältige Angebot zu betrachten.
Foto: Schmiedemeister Reinhard Brüning

Reinhard Brüning, Vater Reinhard und Sohn Steven Brüning

Einfahrt Schulsiedlung, Abbau des 2. Wahrzeichens. Der Schlauchtrockenturm der FFw

Heidestraße, Waldstraße

Heidestraße, über den Dächern

Ehemals Rat der Gemeinde, heute Wohnhaus


