Von Soldatenkneipen, Weiberschenken und Gaststätten

01.10.2010 1 Kommentar von

Schon der Chronist Erich Sturtevant erzählt überschwänglich über das ausgelassene Treiben in den zahlreichen Soldatenschenken in Altes Lager und Neues Lager, die er selbst auch als Weiberschenken bezeichnet.

Mit dem immer größer werdenden Schießplatz und dem riesigen Aufbau des Artilleriedepots, der Munitionsfabrik, Abfüllanlage und

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Feuerwerkeranstalt siedelten sich gleichzeitig unzähligen Zivilpersonen und Gewerbetreibende an. Hinzu kam der Aufbau des Flugplatzes Waldlager und der Ausbau des Referendarlagers Hanns Kerrl in Neues Lager. Verständlich das die Gaststätten wie Pilze aus dem Erdboden wuchsen.


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Eine der ersten Gaststätten in der Arie war der Waldkater (Foto oben).

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Das Offizierscasino in der Kaiserstraße heute

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1909 eröffnete der Inhaber Grunwald seine Gaststätte zur „Granate“ mit großem Biergarten.

1945 wurde daraus die Gaststätte „Grunwald“ und wurde bis Anfang der sechziger Jahre als Familienbetrieb betrieben.
Danach erfolgte der Umbau zur Gaststätte „Freundschaft“. Martel und Horst Ewert waren die neuen Gastwirte.

1976 übernahmen Josef Uwara und Josef Syga die Freundschaft bis 1986. Danach stand Igor Korobkow hinter dem Tresen. Letzter Gastwirt bis zur Wende war Stefan Seehaus.

Wenn auch überwiegend die sowjetischen Offiziere mit ihren Familien Stammgäste waren, floss 100 gr. Wodka stetig über die Lippen.
Aber auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen für die Einwohner fanden statt.
Wobei die Deutsch-Sowjetische Freundschaft gepflegt wurde, der Karnevalklub, Veranstaltungen zum Kindertag, Einschulung und Tanzveranstaltung wurden gut besucht.

Nach 102 Jahre Kneipengeschichte rückten nun die Bagger an und die über 20 Jahre verwahrloste Gaststätte „Freundschaft“ wurde abgerissen und dem Erdboden gleich gemacht.


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Zum Deutschen Kaiser, später Deutsche Haus, Schulhaus und Warenhaus

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Gaststätte St. Hubertus mit Dampf-Bäckerei und Kaffee ab 1938 von Alfons Weigt

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Gaststätte Zum Kronprinzen und Kantine zur Mitte in Neues Lager

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Gaststätte Moskau in Neues Lager, später Zur gemütlichen Ecke

Verständlich, dass die Soldaten und Offiziere der vielen Regimenter aller Truppengattungen auf dem Schießplatzgelände und darüber hinaus die wohlgefälligen Dienste der Damen in Anspruch nahmen.

Insbesondere in den Sommermonaten auf den zahlreichen Freiluftbühnen und Biergärten herrschte ein nicht aufhörendes Treiben.

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Das Wasser ist des Ochsen Kraft,
der Soldat trinkt Wein und Gerstensaft,
drum stoss ich an mit Bier und Wein,
wer möchte schon ein Ochse sein.

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Das Volksheim, ehemals Schulgebäude, 1953 Umbau zur Gaststätte, Rekonstruktion 1985, geschlossen 1990

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Gaststätte Zum Strammen Max, ehemals Warenhaus, nach der Wende Umbau zur Gaststätte. 1992 eröffnet. 2003 geschlossen.

Zeitgeschichte

Über den/die Autor/in

seit 1968 wohnhaft in Altes Lager. Hobbys: Fotografieren und Schreiben.


Ein Kommentar zu “Von Soldatenkneipen, Weiberschenken und Gaststätten”

  1. avatar
    Ende der Freundschaft says:

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