Wie Altes Lager – Altes Lager wurde

01.10.2010 Kommentare deaktiviert von

Wir schreiben die Jahre 1870-1871. Der preußische Fiskus unter König Wilhelm I. und Fürst Otto von Bismarck, Minister und Bundeskanzler des norddeutschen Staatenbundes hatten nur ein Ziel, die Hochaufrüstung des preußischen Militärs.
Dazu diente nicht zuletzt das Schießplatzgelände um Jüterbog für alle Artillerie und Infanterieregimente, das 1864 neu angelegt wurde.

Ausgelöst durch einen politischen Streit um die Thronfolge des spanischen Königshauses, erklärte Kaiser Napoleon III. von Frankreich am19. Juli 1870 Preußen den Krieg.
Durch geschickte Diplomatie seitens Bismarcks verbündeten sich die süddeutschen Staaten mit dem norddeutschen Bund zur gewaltigen Heeresmacht. Frankreich, damals die wohl stärkste Großmacht, hatte dieses Bündnis völlig unterschätzt.
Nun standen sich die Heere von mehren hunderttausend Mann gegenüber. Eine überaus bedeutende Rolle spielte im Blitzkrieg der hohe technische Stand der Eisenbahn. Die Industrie mit der überaus überlegenden Waffentechnik, insbesondere der Artillerie, bestimmte den Verlauf des Krieges. So war die Niederlage Frankreichs und der Sieg des Deutschen Staatenbundes abzusehen.

Am 07. Oktober 1870 kaufte der preußische Fiskus von der Abtei Kloster Zinna ein Gelände von über 20 Hektar auf und ließ ein großes Gefangenenlager in Barackenform und Großzelte anlegen. Das Areal des späteren Artilleriegeländes von Altes Lager.
Von rund 170 000 französischen gefangenen der Rheinarmee Ende Oktober 1870 kamen 9000 Gefangene, die im Laufe der Gefangenschaft für den weiteren Ausbau des Schießplatzes, beim Straßenbau und der gesamten militärischen und zivilen Infrastruktur der Garnison Jüterbog mitarbeiten mussten, in das so genannte 1.Barackenlager.

Mit der Kapitulation des Franzosenkaisers Napoleon III. ließ sich König Wilhelm I. von Preußen am 18.Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles zum Kaiser des 2. Deutschen Kaiserreiches proklamieren. Otto von Bismarck wurde erster Deutscher Reichskanzler. Der Deutsch-Französische Krieg endete am 10.Mai 1871 nach 11 Monaten mit dem Frieden von Frankfurt.

Unzählige franzosischen Kriegsgefangene starben und wurden fern der Heimat auf dem so genannten „Franzosenfriedhof“ unmittelbar auf den Weg zur damaligen Munitionsanstalt beigesetzt. Vom französischen Vaterland und den zahlreichen Familienangehörigen geschuldet, wurde das so genannte „Franzosendenkmal“ unmittelbar auf dem Friedhof aufgestellt.

Aus der 1. Ortsbezeichnung „1. Barackenlager“ entsteht die 2. Bezeichnung „Altes Barackenlager“. 1897 mit der postalischen Ortseinführung wurde daraus „Altes Lager“ bis heute.

Mit der Umsetzung des Franzosendenkmals 2004, der Restauration und der feierlichen Enthüllung zum „Tag des offenen Denkmals“, am 13. September 2008 erhielt es einen neuen würdigen Standort in der Kastanienallee gegenüber dem Kulturzentrum „DAS HAUS“ in Altes Lager. Das Denkmal ist so die Gründungsurkunde in Sandstein gemeißelt für Altes Lager.

Mit den umfangreichen Vorbereitungen anlässlich 140 Jahre Altes Lager beginnt die Festveranstaltung mit einer feierlichen Kranzniederlegung am Franzosendenkmal. Am Samstag, dem 09. Oktober 2010 um 10.00 Uhr wird gleichzeitig die lateinische Inschrift des Denkmals in einer extra angefertigten Tafel in deutsch enthüllt.

Weiter Höhepunkte:

11.00 Eröffnung der Fotoausstellung im HAUS
11.30 Bunter Familientag für alt und jung, Kuchenbasar, Kinderkarussel , Kinderschminken, Modenschau, Preiskegeln, Quiz über die Zeitgeschichte Altes Lager u.v.a.m.
18.30 Einlass zur Festveranstaltung im Kulturzentrum DAS HAUS
19.00 Begrüßung, Auszeichnung verdienter Personen, Tanzveranstaltung mit Programm

Zeitgeschichte

Über den/die Autor/in

seit 1968 wohnhaft in Altes Lager. Hobbys: Fotografieren und Schreiben.
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