Wir stellen vor: Garnisionsgeschichtsverein St. Barbara Jüterbog mit Standort in Altes Lager

01.10.2010 1 Kommentar von

Mit dem Abzug der letzten Truppen der Russischen Streitkräfte 1992 aus Altes Lager und der Entscheidung der Bundeswehr, weder Truppenlager, noch Übungs- und Flugplätze im Raum Jüterbog für ihre Zwecke zu nutzen, fand die über 122 Jahre  bestehende Militärgeschichte von Jüterbog und Altes Lager als eine der größten, zeitweise der größten Garnison Deutschlands ein Ende.

Damit dieser Teil der Zeitgeschichte nicht in Vergessenheit gerät, trafen sich am 04. November 1998 im Gasthof „Schmied zu Jüterbog“ 15 Männer, von denen
14 den Garnisionsgeschichtsverein gründeten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind 33 Männer und 2 Frauen angehörig, die sich mit ihrer Satzung folgende Ziele und Aufgaben stellen:

Sammlung und Aufstellung von in und um Jüterbog angewandter Militärtechnik, Bewaffnung, Fortifikation und Ausrüstung während der Zeit als sächsische, preußische, deutsche und sowjetische/russische Garnisionszeit.

  • Praktische und lebendige Darstellung des Soldatenalltags, insbesondere der Lebensweise und der Mentalität der hier gestandenen Truppen.
  • Öffentlichkeitsarbeit in Form von Ausstellungen, Führungen und Exkursionen, Publikationen, Vorträge, Seminaren sowie Schaudarstellungen bei Volksfesten   und historischen Jubiläen.
  • Zusammenarbeit mit gleich gelagerten Vereinen, der regionalen Verwaltung und deren Kultureinrichtungen, wie Bau- und Bodendenkmalspflege, der Kriegsgräber pflege und Altlastenerkundung und Einheiten und Dienststellen der Bundeswehr.

Als Namenspatron wurde die Heilige Barbara gewählt, die als Schutzpatron der Artelleristen und der Feuerwerker gilt.

Bis zum Jahr 2007 stand Henrik Schulze (1.Foto unten)als Vorsitzender gemeinsam mit drei weiteren Mitgliedern dem Verein vor.
Seit dem 21. März 2007, wird der Verein von sieben gleichberechtigten Vorstandsmitgliedern geleitet, die aus ihrer Mitte den Vorsitzenden wählten.
Thomas Schulze (2. Foto unten) hat seither diese Funktion als Vorsitzender inne.
Als Schatzmeister fungiert von Anfang an Ulrich Behr (3.Foto unten).

Für die Vollansicht anklicken! Für die Vollansicht anklicken! Für die Vollansicht anklicken!

Im Jahre 1999 beschlossen die Mitglieder des Vereins die Gründung einer „Ehrenlegion“, die zurzeit eine Stärke von rund 70 Mitgliedern hat.

Der Garnisionsgeschichtsverein „St. Barbara“ e.V. erforscht die Geschichte des Militärs und der Kriegshandlungen im Raum Jüterbog und veröffentlicht die Forschungsergebnisse. Die bekannteste Publikation ist das Mitteilungsblatt „Barbara Meldung“.

Seit zwei Jahren finden unter Leitung von Vereinsmitgliedern jeweils am 1. Sonntag in den Sommermonaten Führungen durch die ehemalige Höhere Fliegertechnische Schule in Altes Lager statt:

Am 14.August 1933 erließ der neu ernannte Reichsminister Hermann Göring eine Verfügung über die Aufstellung von Spezialschulen für den geheim zu haltenden
Aufbau der Luftwaffe. Zu diesem Programm gehörte auch eine technische Schule, wo Techniker und Ingenieure darauf vorbereitet werden sollten, Militärflugzeuge mit ihren verschiedenen Baugruppen zu pflegen, zu warten und Reparaturen vorzunehmen. Westlich von Altes Lager auf dem Gelände von Niedergörsdorf, wo sich zur Kaiserzeit das große Areal des Luftschiffhafens befand, wurde die umfangreiche Luftwaffengarnison gebaut. Neben der Fliegertechnischen Schule ein Luftzeugamt (heute die Barbara-Halle), der neue Flugplatz und eine Luftfahrtmedizinische Versuchsanstalt bekam das Militärgelände den Decknamen „Waldlager“.

Die bekannteste Tätigkeit des Vereins ist die Sammlung und zum Teil sehr aufwendige Restaurierung von Sachzeugnissen und deren musealen Ausstellung.
Dazu erwarb der Verein mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung NiedergörsdorfGrundstücke auf dem ehemaligen Flugplatz Altes Lager, so die Bodendeckung (Shelter) „Baer“ und „Albrecht” (Foto unten links) und die „Barbara-Halle“ (Foto unten rechts), einst Luftzeugamt.

Für die Vollansicht anklicken! Für die Vollansicht anklicken!

Mit der Idee eines „Dynamischen Museums“ werden historische Militärfahrzeuge funktionstüchtig gehalten und der Öffentlichkeit besonders anlässlich des jährlich stattfindenden „Offenen Wochenende“ die „Garnisons Schau“, jeweils nach dem Himmelfahrtstag vorgeführt.

Den bundesweit stattfindenden „Tag des offenen Denkmals“ nutzt der Verein ebenfalls, um sich und seine Arbeit vorzustellen.

Ein besondere Ereignis war in diesem Zusammenhang 2008 die Enthüllung des „Franzosendenkmals“ am neuen Standort in Altes Lager in der Kastanienallee.

Die Mitglieder des Vereins Manfred Müller, Helmut Stark, und Ulrich Theilemann entdeckten Mitte des Jahres 1994 auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt in Altes Lager, versteckt zwischen Bäumen und Sträuchern das Franzosendenkmal von 1871.
Der ursprüngliche Standort und Friedhof zur Kaiserzeit befand sich ca. 1 km  westlich auf dem Gelände der späteren Heeresversuchsanstalt.
Durch den Garnisionsgeschichtsverein St. Barbara wurde das Denkmal in Abstimmung mit dem zuständigen Denkmalschutzamt, der GemeindeNiedergörsdorf und der
Brandenburgischen Boden GmbH im Jahr 2004 auf einen würdigen Standort gegenüber dem Kulturzentrum „DAS HAUS“ in der Nähe der „Barbara-Halle“ aufgestellt.
Der Bürgermeister der Gemeinde Niedergörsdorf, Wilfried Rauhut, begleitet die Restaurierung und stellte die notwendigen finanzielle Mittel bereit.
Ziel aller beteiligten war es, zum „Tag des Offenen Denkmals“ 2008 das Denkmal im neuen Glanz erstrahlen zu lassen.
Der Restaurator Oliver Guhr aus Berlin wurde damit beauftragt. Aus Sandstein wurde dazu die fehlende Helmform gemeißelt.
Am 13. September 2008 erfolgte die feierliche Enthüllung des Denkmals und die Eröffnung der Dauerausstellung „Altes Lager 1870 bis heute“ im Kulturzentrum.

Anlässlich des 140 Jahrestages von Altes Lager und der stattfindenden Festveranstaltung am 09. Oktober 2010  wird um 10.00 Uhr am Denkmal die Tafel, die eine Übersetzung in deutsch zeigen wird, enthüllt.

Danke für die Zuarbeit:  Rita Arndt und Manfred Müller, Garnisionsgeschichtsverein St. Barbara

Fotogalerie aus dem Leben des Vereins:

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

Für die Vollansicht anklicken!Hausanschrift:

Garnisionsgeschichtsverein St. Barbara

St. Barbara Weg 1

14913 Altes Lager

Zeitgeschichte

Über den/die Autor/in

seit 1968 wohnhaft in Altes Lager. Hobbys: Fotografieren und Schreiben.


Ein Kommentar zu “Wir stellen vor: Garnisionsgeschichtsverein St. Barbara Jüterbog mit Standort in Altes Lager”

  1. avatar
    Helmut Meck says:

    Werter Herr Borchert,
    da ich nur der Autor dieses Beitrages bin ,bitte ich Sie, die
    Rufnummer: 033741/80423 zu wählen.
    Habe Rücksprache bezüglich geführt.
    Gruß H.Meck