Schwarzmarkt in Altes Lager
“Haben Sie es erkannt?” Bestimmt nicht auf den ersten Blick. Dabei ist das orientalisch anmutende Markttreiben nur um die Ecke. Gemeint ist hier das tägliche Markttreiben von Montag bis Montag in Altes Lager. Kaum zu glauben, was sich da so alles abspielt. Und das, wie gesagt, jeden Tag, sogar an Feiertagen gibt es keine Ausnahmen. Ja, zu haben ist alles, vom guten Trabi für 150 DM, Technik, Südfrüchte, Pelze, Ledersachen, Getränke von Aldi und manch Trödelzeug. Ursprünglich sollte die Fläche – und so wurde sie auch angelegt – einen PArkplatz darstellen. Viele Jungunternehmer und ehrliche Gewerbetreibende freuten sich und investierten auf den neuen Start. Nichts wird daraus, höchstens ein Strich durch die Rechnung. Wie lange soll das eigentlich so weitergehen? Mir ist kein vergleichbares Beispiel bekannt wie das das in Altes Lager. Vor allem, wenn man hört, daß es ausreicht für einen Stand die geforderten 20 DM zu zahlen, und das wär’s dann auch schon. Nach dem Besitz einer gültigen Reisegewerbekarte usw. wird nicht gefragt. Oder wer ist dafür zuständig? Und wenn man Herrn Werner Venediger vom Getränkegroßhandel aus Jessen Glauben schenkt, handeln zu 70 Prozent alle “schwarz”. Das hat doch mit dem Aufbessern der Gemeindekasse nichts mehr zu tun, oder sehe ich das, wie viele Anlieger, etwa falsch?
Fotounterschrift: Auch liegengelassener Unrat sowie die hygienischen Bestimmungen überhaupt sind von öffentlichem Interesse. Text und Foto: Helmut Meck.
Aus dem Archiv des Volkskorrespondenten Helmut Meck ein Bericht vom 30. April 1991

