Plötzlich auf dem Schießplatz

07.02.2012 Kommentare deaktiviert von

Geschichte und Geschichten aus Altes Lager und Neues Lager kann man in verschiedenen Büchern immer wieder finden. Zum Beispiel diese:

1988 in Altes Lager, Kreis Jüterbog. Hier wurden in der Nacht vom 2. zum 3. Februar 1988 die Grenzen des Schießplatzes Jüterbog um 200 Meter vorverlegt und mit Schildern “Halt! Hier wird geschossen! Befahren und Betreten verboten!” gekennzeichnet, wodurch eine Ackernutzfläche der LPG Niedergörsdorf, der Sportplatz der SG Altes Lager, Kinderkrippe und Kindergarten, drei Einfamilienhäuser am Sportplatz, die Gaststätte “Volksheim”, der Friedhof sowie der Wasserturm Altes Lager zum Bestandteil des Schießplatzes erklärt wurden. “Diese ungerechtfertigte Erweiterung des Schießplatzes durch Angehörige der GSSD löste bei den Bürgern von Altes Lager Unverständnis und Ärger aus. Als Gegenreaktion auf diese Schießplatzerweiterung entfernten unbekannte Bürger aus Altes Lager bis zum 24.02.1988 von den 16 aufgestellten Schildern 10 Schilder in den durch sie bewohnten bzw. öffentlich genutzten Bereichen der Ortschaft. Zu direkten feindlich-negativen Aktionen durch die Bürger von Altes Lager gegenüber Angehörigen der GSSD kam es jedoch nicht.” Indes blieben die Aufforderungen des stellvertretenden Vorsitzenden des Rates des Kreises für Inneres an die sowjetische Kommandantur zur Wiederherstellung “des gesetzmäßigen Zustandes” folgenlos. Auch nach gemeinsamer Ortsbesichtigung und der Zusage des Kommandanten, den alten Zustand wieder herzustellen, machte die sowjetische Seite keine Anstalten, die verbliebenen Schilder zu entfernen. (BStU, HA VII 354/1, Bl. 24.)

Aus: Christian Th Müller, Ankunft, Alltag, Ausreise: Migration und interkulturelle Begegnung in der DDR-Gesellschaft

Zeitgeschichte

Über den/die Autor/in

Webmaster altes-lager.eu ,*1965 in Hamburg-Altona, 1982 Westberlin, 2005 Altes Lager
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