Der Luftschiffhafen Niedergörsdorf – Jüterbog
05.08.2009 | von Helmut Meck | Beiträge zur Zeitgeschichte
Am 13. August 1898 erhielt er das erste Patent für ein „Lenkbares Luftfahrzeug“ mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern.
Am 02. Juli 1900 steigt LZ 1 am Bodensee auf.
Die Militärluftschiffahrt in Deutschland begann mit der Aufstellung einer Versuchsstation 1884 in Berlin.
Schnell entwickelte sich daraus eine Luftschifferabteilung und ab 01.10.1901, ein Luftschifferbataillon . Aufgabe dieser Einheit war die Eignung von Ballonen zur Gefechtfeldüberwachung und Feuerlenkung für die Feldartillerie.
Zur Vollansicht des Fotos gelangt man durch Klick auf dieses.
Bereits 1903 wandte sich die Artillerieschule Jüterbog mit der Bitte um eine Beobachtungsballon für Versuchszwecke an das Luftschifferbataillon. Daraufhin wurden zahlreiche Bombenabwürfe auf dem Schießplatzgelände von Zeppelinen durchgeführt. Schon ab 1912 gab es vom Kriegsministerium Bestrebungen einen Standort für Luftschiffe einzurichten.
Da Markendorf ausgeschlossen wurde, fiel die Wahl aus strategischer Sicht auf das Gelände der „Heinrichsdorfer Heide“ Niedergörsdorf, gegenüber der Fuß-und Feldartillerie Altes Lager/Jüterbog.
Im Mai 1915 wurde die erste Luftschiffhalle von der Firma „Zeppelin-Hallenbau GmbH“ Berlin errichtet.
-Die so genannte Halle „Albrecht“ mit den Maßen: L 184m, B 35m, H 28m.
Am 13.09. 1915 wurde Z IV, mit der Baunummer LZ 16, nach Niedergörsdorf überführt. Damit begann die Ausbildung auf den Luftschiffen zu Luftschiffern. Mit den immer größer werdenden Luftschiffen war es ein Erfordernis eine größere Halle zu bauen.
Die Firma „Seibert GmbH“ aus Saarbrücken errichtete 1916 die Standarddoppelhalle „Baer“, L 240m, B 60m, H 35m.
Ab März 1917 stehen zeitweilig die Luftschiffe: L 87, 97, 101,113 und LZ 120 in den Hallen und verlassen nach Aufrüstung in Richtung Baltikum den Hafen. Beide Hallen standen in einem Winkel von 45 Grad zueinander.
Die Abteilung Luftfahrtwesen (LU) wurde vom Reichsmarineamt koordiniert und verwaltet.
Zur weitern Ausstattung des Flughafens gehörte der Neubau einer „Chemischen Fabrik“ wo der Wasserstoff zur Füllung der Luftschiffe produziert wurde.
Die Kapazität der Fabrik lag bei täglich 180.000 Kubikmeter Wasserstoff.
Eine Kompressoranlage konnte täglich rund 63.000 Kubikmeter Gas verdichten.
Ein Niederdruckgasbehälter hatte eine Speicherkapazität von rund 53.000 Kubikmeter.
Am 25. 09.1917 erprobte das Marineluftschiff mit der Werknummer LZ 80 und der Taktischen Bezeichnung L 35, die Aufnahme von Torpedos und angehängten Kampfflugzeugen unter dem Rumpf der Luftschiffe, ihren neuen Einsatz.
In einer Höhe von 1.400 m wurden dann ausgeklinkt. Eine erneute Aufnahme am
Schiff war zu dieser Zeit noch nicht möglich.
Hier die Technischen Daten von L 35:
Länge 196,5 m
Durchmesser 23,9 m
Volumen in Kubikmeter 55.000
Zellenanzahl 19
Leergewicht 33,302 kg
Nutzlast 30.606 kg
Motoranzahl 6
Motorleistung 240 PS
Gesamtleistung 1440 PS
Geschwindigkeit 28.7 m/s
Kommandant Kapitänleutnant Ehrlich
1. Fahrt 12.10.1916
Ausgemustert 1918 im Luftschiffhafen Niedergörsdorf/Jüterbog
Mit dem Ende des 1. Weltkrieges 1918 verbot der Versailler Vertrag die weitere militärische Nutzung und Befahl die Abrüstung.
Beim unsachgemäßen Abriss der Halle 1 „Albrecht“, am 14.März 1921 kamen 6 Arbeiter ums Leben.
Im Rahmen der Reparaturleistungen wurde die Halle „Baer“, durch die Herstellerfirma
demontiert und nach Japan verschifft.
Damit fand die Ära der Luftschiffahrt in Altes Lager ihr Ende!
Die neue Ära der Flugzeuggeschichte beginnt mit dem Bau des Flugplatzes „Waldlager“
1933 in Altes Lager.
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