Erstes Flugzeug vor fast 100 Jahren über Altes Lager

13.10.2009 | von Helmut Meck | Beiträge zur Zeitgeschichte

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Wir schreiben den 07. Februar 1912.
Auf dem  ersten angelegten Flugfeld des Artillerie Schießplatzes Jüterbog-Altes Lager landet das erste Flugzeug, eine Harlan- Eindecker. Auf Grund starker Windböen und der holprigen Landebahn, kam es zu einer Bruchlandung.
Damit beginnt die Geschichte der Flugplatzentwicklung und die Flugzeuggeschichte in Altes Lager.
Schon ab 1908 erkennt die preußische Heeresführung die Bedeutung und das Entwicklungspotential der Flugzeuge für eine operative und taktische Gefechtsaufklärung und Bekämpfung des Feindes. Anlässlich des Kaisermanövers 1912, an dem Luftschiffe, Fesselballone und erstmals Flugzeuge über dem Artillerieschießplatz  Jüterbog teilnehmen, werden die Weichen für eine schnelle Entwicklung des Militärflugwesens gestellt.

 

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Die erste Kommandostelle wird in Döberitz zur Ausbildung von Fliegern und Beobachtern eingerichtet. So entstand die erste Fliegerstation nord-östlich von Altes Lager, in der Nähe des angelegten Zieldorfes. Weitere Flugzeuge vom Typ Albatros-Doppeldecker und Rumpler-Taube werden stationiert. Die Aufgabe besteht darin, sich mit der neuen Technik vertraut zu machen und die getrennte Aufgabenstellung zwischen Flieger und Beobachter zu festigen. Zur Wartung und zum Unterstellen wurden stabile Großzelte aufgestellt. Bald wurde erkannt, dass das Flugfeld durch die ungenügende Bodenfestigkeit und die fehlende Möglichkeit zur Vergrößerung aufgegeben werden musste.

Ein neuer Standort, westlich von Altes Lager, wurde festgelegt. 1913/14 begannen die Baumaßnahmen gegenüber der Eisenbahnlinie Jüterbog-Treuenbrietzen hinter dem Artillerie Gelände. Eine feste und längere Start- und Landebahn wurde angelegt. Feste Werfthallen in Stahlskelettbauweise und weitere Hallen, Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude wurden gebaut.

Am 18.08.1915 nimmt die neue Fliegerstation mit der Bezeichnung“Artillerie-Beobachtungsschule Jüterbog“ ihren Flugbetrieb auf. Flugzeuge vom Typ Rumpler-Taube, Albatros-Doppeldecker, Focker EI ,II und III und weitere werden stationiert.

Obwohl das Flugfeld in Altes Lager ein viel genutzter Flugplatz war, erkannte die Heeresleitung, dass der Flugplatz den Anforderungen des zu führenden Luftkampfes im 1. Weltkrieg nicht mehr gewachsen war und auch nicht vergrößert werden konnte.
Die Munitionsfabrik, Füllanlage und weitere Bauten ließen es nicht zu. Ein neuer, größerer und moderner Flugplatz in der Nähe der Gemeinde Damm wurde angelegt.

1917 entstanden 10 große und massive Flugzeughallen und eine große Werfthalle. Die Fliegerstation erhält die Bezeichnung:  „Flieger Beobachtungsschule Jüterbog“.

Fesselballone über dem Schießplatz Jüterbog- Altes Lager

Mit der Entwicklung der Luftschifffahrt und der Entwicklung der Flugzeugtechnik in der Jüterboger Artillerie-Schießschule entwickelte sich der Einsatz von Fesselballonen parallel.

Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges waren Beobachtungsballone und besonders Drachenballone beim Stellungskrieg für die Beobachtung und Leitung der schweren Artillerie unentbehrlich. Eine Feldluftschifferschule entsteht. 1918 waren 12 Ballontruppen auf dem Gelände des Schießplatzes stationiert.

Der Drachenballon vom Typ Parseval/Sigsfeld

Dieser Ballon ließ sich auch bei hohen Windgeschwindigkeiten einsetzen. Mit seiner Formsteifigkeit war er ein besonders geeignetes Beobachtungsgerät. Eingesetzt wurde er auch zur Standortbestimmung der Flugplätze in Altes Lager und Jüterbog-Damm.

Mit dem Ende des 1. Weltkrieges und der auferlegten militärischen Abrüstung und Vernichtung von Angriffswaffen durch den „Versailler Vertrag“ 1919, beginnt ein neuer Zeitabschnitt. Flugzeuge werden auf dem Flugplatz Damm zusammengestellt und sollen abgewrackt werden. Doch dazu kommt es nicht ganz. Soldaten der Reichswehr demontieren Flugzeuge und verstecken sie in Pferdestelle auf dem Gelände der Artillerie in Altes Lager und in umliegende Dörfern.
Danke an Herrn: Werner Nauck für seine Zuarbeit!
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