Schulbaracke 1945
27.08.2007 | von Klaus Pollmann | Historie
In der MAZ vom 16.12.05 berichtet Gertraud Behrendt erneut aus der Geschichte von Altes Lager. In dem Bericht kommt in einigen Passagen auch unser Haus vor.
Quelle: Jüterboger Echo / GERTRAUD BEHRENDT
Wegen Typhus kein Unterricht Die Schule in Altes Lager wurde 1945 mehrmals eröffnet und geschlossen. Mit Ende des Zweiten Weltkriegs endete auch der Unterricht an den Schulen. Überall wurde bald wieder unterrichtet. In Altes Lager mussten sich die Schüler indes ständig an neue Schulen gewöhnen.
Hause geschickt; weil die Armee, die am 30. Mai die Schulbaracken geräumt und sie nun abermals belegt hatte. Spätestens am 18. Juni sollte der Unterricht erneut aufgenommen werden. "Um in Zukunft ein nochmaliges Belegen der Schule zu vermeiden, ist im Einverständnis mit dem Kommandanten und dem Bürgermeister am Toreingang ein großes Schild in russischer Sprache angebracht worden", heißt es in einem Schreiben, dass mit Abel unterzeichnet ist. Auf dem Schild stand: "Durchziehenden Truppen ist das Lagern in den Schulgebäuden untersagt." Ein ständiger Polizeiposten sollte für Ordnung sorgen.
Genutzt hat weder Schild noch Polizist. Denn der Unterricht wurde am 15. Juli 1945 in allen Klassen zum zweiten Male wieder aufgenommen. "Da jedoch die früheren Schulbaracken ständig von Russen besetzt blieben, wurden in zwei Gasthäusern entsprechende Räume für Schulzwecke eingerichtet. In drei Räumen wurde im Kurzunterricht mit den Kindern gearbeitet. Außer einigen Turn- und Musikstunden beschränkte sich der Unterricht nur auf Rechnen und Sprachlehre. Unter Ausschaltung der Lehrerinnen Seehagen und Behl bestand das Lehrpersonal aus Frau Pöhlmann, Frau Siegeris, Fräulein Zerrahn, Fräulein Lockenvitz, Fräulein Feind und mir dem Unterzeichneten als Schulleiter", berichtete Adelt am 17. September.
284 Schulkinder gab es zu der Zeit. Aber keines besuchte die Schule. Denn seit dem 12. September "unterblieb jeder Kurzunterricht wegen einiger Typhusfälle".
Ebenfalls am 12. September zog die Rote Armee aus den Schulbaracken aus. Gemeint sind vermutlich unter anderem der später als Kindergarten genutzte Bau und die Krippe, die vor Kriegsende Kindergarten war. Beim Auszug waren 108 Schulbänke vorhanden, "die jedoch gesäubert und neu gestrichen werden müssen. Die Bänke haben dauernd auf dem Schulhofe und in der Schulsiedlung gestanden. Durch die unsachgemäße Behandlung haben alle Bänke mehr oder weniger gelitten", schrieb Adelt. Zum Bestand gehörten noch drei Tische, 15 Tafeln (darunter einige Klapptafeln), acht Öfen, zum Teil zerstört, eine Rechenmaschine, ein Schrank und eine Karte "Mark Brandenburg" sowie zwei Barren. Die von der Polizei Altes Lager sichergestellten Sachen sollten im Verein mit der Bürgermeisterei vom Lehrpersonal instandgesetzt werden.
Der Zustand der Schulbaracken war so schlecht, dass die Bürgermeisterei plante, ein massives Haus als Schule einzurichten. Die Wahl fiel auf ein früheres Postgebäude, "das groß genug ist, um darin sämtliche Klassen unterbringen zu können. Auch dieses Gebäude war von den Russen belegt."
Das Lehrpersonal mühte sich, dass sämtliche Schulräume bis zum 1. Oktober in ordentlichem Zustande sein werden. Das Schulamt wurde gebeten, die Genehmigung zu erteilen. Das klappte. Am 1. Oktober wurde der Unterricht in der alten Post, links von der einstigen Hauptwache, aufgenommen. Eingeschult wurde auch Friedrich Hildebrandt. Er erinnert sich: "Vater hatte eine Zuckertüte aus Buntpapier zusammengeklebt. Aber wir waren vielleicht vier Wochen in diesem Haus."
Fast so oft wie die Schulen wurden auch die Schulleiter gewechselt. Im November teilte Schulleiter Auhagen dem Kreisschulrat mit: "Am 31. Oktober erschienen mit dem Bürgermeister zwei russische Offiziere in der Schule und verlangten die Räumung des Hauses an der Treuenbrietzener Straße. Sie stellten dafür DAS HAUS des ehemaligen Kommandanten zur Verfügung", die so genannte Kohnk'sche oder Kohnkesche Villa.
Versprochen wurde, dass die Truppen beim Umzug helfen. "Um das gute Einvernehmen mit den russischen Truppen, die im Augenblick in sehr großer Zahl hier im Quartier sind, nicht zu trüben, gingen der Bürgermeister und ich auf das Verlangen der russischen Offiziere ein", so Auhagen.
Die Schule zog am 2. November 1945 in das neue Haus um. Am 6. November war der Unterricht in vollem Gange. "Die Schule ist in ihrem Aufbau durch diese Maßnahme um ein erhebliches Stück wieder zurückgeworfen worden", konstatierte der Schulleiter.
Aber auch die dortige Bleibe war nur von kurzer Dauer. Kein Wunder, dass sich Friedrich Hildebrandt nur daran erinnerte, dass in der Villa, die hinter der alten Post stand, Roggenbrötchen verteilt wurden. "Das wollte kein Schüler verpassen." Am 10. Dezember musste die Schule erneut geschlossen und eine neue gesucht werden.
1
Druckansicht
Only logged in users are allowed to comment. register/log in
BasisInformationen
Grußwort
des Ortsvorstehers
Diese Seiten
Altes Lager
Anreise
Fläming
Tourist-Information Adressen
AktuelleInformationen
Kalender
Veranstaltungen
Jährliche Events
Aktuelle Themen
Zeitgeschichte
Zeitungsarchiv
Waldbrandwarnstufen
Wetter
Familie, Kinder und Jugend
Suchen&Finden
→ Artikel-Archiv
Aktuellesabonnieren
→RSS-Feed Aktuelles
→RSS-Feed Zeitgeschichte
→eMail-Info Aktuelles
→eMail-Info Zeitgeschichte
PinBrett
→ Gästebuch
→ Diaschau: Altes Lager
↑ Altes Lager auf facebook
↑ Altes Lager auf wikipedia
↑ city-map-Firmenverzeichnis
↑ Niedergörsdorf
↑ Jüterbog
UnsereEmpfehlungen

Oldtimercafé Altes Lager
Oldtimer, Café, Trödelmarkt, Konzerte und mehr.

Kulturzentrum DAS HAUS
Theater, Konzerte, Bälle, Vereinsaktivitäten, Ausstellungen und Familienfeiern.
Wir empfehlen auch gerne Ihre Einrichtung in Altes Lager hier.
Kontaktieren Sie uns.
nach oben