Altes Lager
26.08.2007 | von Klaus Pollmann | Historie

Altes Lager ist ein Ortsteil der Gemeinde Niedergörsdorf im Landkreis Teltow-Fläming im Bundesland Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland.
Aktuell hat Altes Lager rund 1800 Einwohner.
Die bei vielen Touristen beliebte Fläming-Skate durchquert den Ort.
Foto: K.P.
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Militärische Vergangenheit vor 1945
Als Gründungsdatum gilt der 7. Oktober 1870, als das preußische Militär hier Flächen für ein Barackenlager ankaufte. Nach dem Bau eines zweiten Barackenlagers für die Jüterboger Artillerieschule wurde es zunächst als "Lager 1" bezeichnet. Später bürgerten sich die Begriffe "Altes Lager" und "Neues Lager" für die beiden Militärsiedlungen ein, die wie "Jüterbog 2" zum Militär-Gutsbezirk "Schießplatz Jüterbog" gehörten.
Im Jahr 1916 entstand hier ein Luftschiff-Hafen, der nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wieder aufgegeben wurde. Im Jahr 1935 wurde an dieser Stelle im Rahmen eines reichsweiten Aufrüstungsprogramms ein Flugplatz angelegt, der bis zum Ende des 2. Weltkriegs von der deutschen Luftwaffe betrieben und kontinuierlich ausgebaut wurde.
Foto: unbekannt
Militärische Vergangenheit nach 1945
Am 15. September 1946 wählten die Einwohner von Altes Lager einen eigenen Gemeinderat, wodurch eine selbständige Gemeinde mit diesem Namen begründet wurde. Durch die umfangreiche Sowjetgarnison lag der deutsche Ort bis Anfang der 90er Jahre inmitten eines militärischen Sperrgebietes.
Foto: unbekannt
Rundgang
Der folgende Rundgang soll einen kleinen Eindruck vom Umgang mit dem militärischen Erbe und der kulturellen Vielfalt von Altes Lager bieten. Viele Gebäude aus den verschieden Epochen der militärischen Geschichte wurden aufwendig saniert und einer neuen Nutzung zugeführt. Andere Liegenschaften wurden beräumt und überwiegend der Natur zur freien Entfaltung überlassen. Weitere Gebäude befinden sich im Zustand des Verfalls, suchen noch Nutzer oder bieten mit ihrem morbiden Charme attraktive Motive für Fotografen.
Kommen Sie nach Altes Lager und entdecken Sie am Rande dieses kleinen Rundgangs viele weitere interessante Plätze.
Die Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern.
Ortseingang
Wenn Sie die B 102 aus Richtung Jüterbog nach Altes Lager kommen, dann ist dies Ihr Start zu einem kleinen Rundgang.
Zuerst sehen Sie links die Schulsiedlung, deren zivile Nutzung auch mit der militärischen Vergangenheit von Altes Lager verbunden ist. Auch dazu finden Sie auf diesen Seiten weitere Informationen.
Der Großteil der Siedlung wurde in den 30er und 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts erbaut. In jüngerer Zeit entstanden weitere Eigenheime.
Foto: K.P.
Kinderkrippe
In der ehemaligen Kinderkrippe von Altes Lager wohnen der Herausgeber dieser Seiten, sein Partner, seine Mutter und Koschka.
Die Gemeinde hat ein neues Familienzentrum erbaut und so konnten wir dieses Waldgrundstück erwerben. Das Gebäude wurde vermutlich zum Ende der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erbaut. Die Garage im Vordergrund wurde von Jens 2006 errichtet.
Foto: K.P.
Wahrzeichen
Gleich nebenan, aber nicht im Querformat darstellbar, ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Altes Lager, das auch im Logo des Fußballvereins Blau-Weiß Altes Lager zu sehen ist.
Mit dem Ausbau eines Wasserturms zu einem Wohnhaus haben Herr Berger und Frau Felgentreu nicht nur einem denkmalgeschütztes Gebäude zu einer sinnvollen Nutzung verholfen und damit seinen Bestand gesichert, sondern auch ein Wahrzeichen für Altes Lager geschaffen.
Foto: k-felgentreu.de
Bäume und Bowling
Auf der linken Seite haben Sie nun die Möglichkeit, aus der Baumschule Marzahna blühende Pflanzen oder gleich einen ganzen Kirschbaum mit nach Hause zu nehmen.
Gegenüber befindet sich die Speedbowling-Halle.
Foto: K.P.
Eiskalt
kann es Sie nun erwischen, wenn Sie meinen, Altes Lager sei schon vorbei. Laufen oder fahren Sie ruhig ein Stück weiter.
Zur Belohnung können Sie sich dann im Eiscafé Mischka einen kühlen Becher genehmigen oder Sie trinken zur Stärkung einen Kaffee.
Foto: K.P.
Zentrum
Nur wenige Meter weiter finden Sie die "City von Altes Lager".
Neben den großen Discountern finden Sie dort auch einen russischen Supermarkt. Gehen Sie ruhig mal hinein und kaufen Sie sich eine russische Zeitung. Die Konserven sind meist aus deutscher Produktion, aber mit kyrillischer Aufschrift. -Als Souvenir sehr zu empfehlen.
Außerdem finden Sie einen Imbiß und an manchen Tagen eine Gulaschkanone.
Für den Genießer empfiehlt sich eine Einkehr im Gasthof Zum Alten Lager.
Foto: K.P.
Kaiserzeit
Gegenüber finden Sie eine Siedlung mit Häusern, die zum Teil während des Faschismus und zum Teil während der Kaiserzeit erbaut wurden.
Ein Rundgang lohnt sich. Einige Häuser wurden aufwendig saniert und haben als Wohn- und Geschäftshäuser eine neue Gegenwart gefunden.
Foto: K.P.
Baugeschichte
Nun biegen Sie links in die Kastanienallee ein und überqueren die Bahnschienen. Sie befinden sich nun zugleich in der Mitte der jüngeren Militärgeschichte von Altes Lager und auf dem Weg in das Freizeit-, Erlebnis- und Kulturquartier des Ortes.
Auf der rechten Seite ein Tor mit rotem Stern: Das Ensemble der Höheren Fliegertechnischen Schule mit Unterrichts-, Labor-, Unterkunfts- und Verwaltungsbauten wurde wahrscheinlich 1934/35 in der die Rüstungsbautätigkeiten des NS-Staates kennzeichnenden höchsten Eile errichtet. Erstaunlicherweise wählte man als städtebauliche Grundfigur die deutliche Form eines Flugzeugs, obwohl ab 1934 solche signifikanten Grundrisse für Militäranlagen aus Tarnungsgründen untersagt waren.
Besichtigungen können über die Touristinformation vereinbart werden.
Foto: Berlin Brandenburg Film Commission
Oldtimer-Café
Nun immer weiter an der Mauer entlang und auch mal einen Blick nach Links werfen, denn dort erwartet Sie das k4-event. Die liebevoll zu einem Café und Bistro ausgebaute Verkaufshalle bietet neben der sehenswerten Oldtimerausstellung regelmäßig Konzerte
Foto: K.P.
Sowjetzeit
Auf der gegenüberliegenden Seite der Kastanienalle befindet sich eine Siedlung, die ehemals für sowjetische Soldaten erbaut wurde. Inzwischen sind die Wohnungen und Häuser saniert und werden vermietet.
In der Siedlung befindet sich eine Kirche der Mennoniten und Einrichtungen des Gemeinschaftswerkes Niedergörsdorf-Flugplatz und Altes Lager e.V.. Im Bild zu sehen: Das Mennotel im "TAF" mit Sporthalle.
Foto: K.P.
Franzosendenkmal
Auf der linken Seite steht an der Kastanienallee ein Gründungsdokument von Altes Lager. 9000 französische Kriegsgefangene bauten das Barackenlager, das die Basis für den Militärstandort bildete. Das Denkmal wurde 1871 vom französischen Staat zur Erinnerung an die in Gefangenschaft umgekommenen französischen Soldaten westlich des Truppenübungsplatzes errichtet. Nach mehreren Umzügen steht es jetzt an der Kastanienalle, wurde saniert und 2008 feierlich enthüllt.
Foto: K.P.
Kulturzentrum
Die Kastanienallee weiter auf der rechten Seite finden Sie DAS HAUS. Aus einem ehemaligen Offizierskasino entstand ab 1996 das Kulturzentrum. Neben professionellem Theater erfüllen Konzerte, Bälle, Vereinsaktivitäten, Ausstellungen und Familienfeiern die multifunktionalen Räume mit Leben.
In dem Gebäude befindet sich auch die Touristinformation und es werden kreativ eingerichtete Gästezimmer angeboten.
Foto: K.P.
Shelter Albrecht
Am Ende der Kastanienalle biegen Sie links ab, nehmen die folgende Rechtskurve und steuern nun auf den Shelter Albrecht zu.
Aus einem 1968 erbauten Unterstand für eine MIG 23 hat der Malermeister Helmut Stark ein energiesparendes Eigenheim errichtet. Die Familie Stark bietet Unterkünfte im Stil der militärischen Vergangenheit und auf dem Gelände sind viele Fundstücke zu besichtigen, die mit der Geschichte von Altes Lager als Militärstandort in Zusammenhang stehen.
Je nach Wunsch kann man sich am Shelter Albrecht bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen oder einem Bier und Bulette von Herrn Stark viele Informationen über Altes Lager geben lassen.
Foto: K.P.
Militärtechnik
Nun waren Sie schon "in Shelter Albrecht" und haben noch lange nicht alles gesehen. Also "zurück" nach Altes Lager. Nach der Linkskurve biegen Sie rechts in den "St. Barbara-Weg" ein. Auf der linken Seite entdecken Sie dort die Barbara-Halle. Wenn Sie Glück oder sich vorher informiert haben, dann ist jetzt ein Tag der Offenen Tür. Der Garnisongeschichte Jüterbog St. Barbara e.V. betreibt eine große Ausstellungshalle, in der viele Militärfahrzeuge, vorwiegend sowjetischer Bauart und aus der DDR, zu sehen sind.
Foto: K.P.
Flugplatz
zurück zur "Hauptstraße", rechts abbiegen, die Kastanien-Allee rechts liegen lassen und den Schildern zur Kartbahn folgen. So gelangen Sie zum Flugplatz von Altes Lager. Das Gelände bietet genug Platz für die verschiedensten sportlichen Áktivitäten und Großveranstaltungen. Mit dem Kart über die große Rennstrecke flitzen, die MZ-Klassiker rennen sehen oder ein Rockkonzert erleben. All dies und mehr ist in der XXL-Location auf dem ehemaligen Flughafengelände möglich.
Für die gastronomischen Wünsche sorgt das Sir Henry im ehemaligen Flughafengebäude.
Foto: K.P.
Fliegen
Wenn Sie wirklich fliegen wollen, dann biegen Sie nicht zur Kartbahn ab, sondern fahren weiter am Flugplatz entlang. Dort finden Sie den Drachenflieger Club Berlin e.V.. Gäste sind dort immer willkommen und nach vorheriger Absprache können auch Tandemflüge mit Doppelsitzer gemacht werden. Mitfliegen kann man auch im doppelsitzigen Motor-Drachen, dem so genannten Trike oder auch gewichtskraftgesteuertem Ultraleicht-Flugzeug.
Foto: dcb
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