Teltow-Fläming
Quelle: genealogienetz.de und Fläming-Flandern e.V.
Im 12. Jahrhundert eroberte Albrecht der Bär, Markgraf von Brandenburg, die Gegend um Jüterbog. Das Land war an manchen Stellen sumpfig und wild, die meisten Flächen aber waren besonders trocken. Sein Mitkämpfer, Bischof Wiechmann von Magdeburg, wollte die Gegend urbar machen. Wo fand er bereitwillige und tüchtige Einwanderer?
Er fand sie in Flandern und Holland. Er schickt seine Werber hin, und viele Leute aus den Niederen Landen an der Nordsee folgten seiner Einladung.
1841 werden Trebbin, Luckenwalde und Jüterbog an die Eisenbahnlinie Berlin-Halle angeschlossen. Damit ergeben sich günstige Voraussetzungen für die industrielle Entwicklung. Besonders Luckenwalde zieht Gewinn aus diesem Fortschritt und wird zunehmend zur einwohnerstärksten Stadt auf dem Gebiet unseres heutigen Landkreises. Zossen profitiert 1838 vom Anschluß an die Poststrecke Berlin-Dresden. Dem ging der Ausbau der Chaussee, der heutigen B 96, zwischen 1836 und 1838 voraus.
1864: Anlage eines großen Truppenübungsplatzes mit Schießplatz bei Jüterbog.
Altes Lager (1870), Neues Lager (1889) und Jüterbog II (1890) werden zu wichtigen preußisch-deutschen Garnisonsorten. Mit dem Anwachsen der preußischen und späteren Reichshauptstadt Berlin werden in deren Umland eine Reihe neuer militärischer Versuchs- und Übungsplätze angelegt. So in den 1870er Jahren der Artillerieschießplatz Kummersdorf, der u.a. in den 1930er Jahren für Versuche zur Raketentechnik (Wernher von Braun, Walter Dornberger) genutzt wird. Etwa ab 1910 wird im Bereich Zossen-Wünsdorf-Zehrensdorf ein Truppenübungsplatz neu angelegt. Die später dort errichteten Bunkeranlagen Maybach I und II dienen zwischen 1939 und 1945 der Kriegführung des Oberkommandos des Heeres (OKH). Von 1953 bis 1994 hat das Oberkommando der sowjetischen/russischen Truppen in Deutschland seinen Sitz in Wünsdorf.
Die an Berlin grenzenden Teile des Kreises Teltow profitieren seit Ende des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich besonders vom Anwachsen der Hauptstadt.
1875: Zossen bekommt Anschluß an die Eisenbahnlinie Berlin-Dresden. Im selben Jahr wird die Königliche Militäreisenbahn (später mit Personenverkehr) vom heutigen Berlin-Schöneberg über Zossen nach Kummersdorf-Schießplatz eingeweiht, die 1897 bis Jüterbog verlängert wird.
Während des Ersten Weltkriegs existieren bei Zossen und Wünsdorf zwei Lager für kriegsgefangene Muslime und Angehörige anderer Glaubensrichtungen. 1915 wird dort eine Moschee eingeweiht.
Weitere Informationen zum Thema Fläming im Online-Lexikon Wikipedia.
Literaturempfehlung: Susanne Wölfle-Fischer, Aus Flandern in die Mark, Flämische Siedler im Mittelalter, erhältlich in der Touristinformation Niedergörsdorf.

